Was umfasst eine Familien- und Schwangerschaftsdeckung?
Die Grundversicherung nach KVG ist obligatorisch und für alle gleich: sie deckt die wesentlichen Leistungen einschliesslich der Mutterschaft. Ab der 13. Schwangerschaftswoche entfallen Franchise und Selbstbehalt für die Schwangerschaftsleistungen — Kontrollen, Ultraschall, Geburt, Stillberatung und Nachkontrolle. Freiwillig hinzu kommen die Zusatzversicherungen nach VVG, die andere Bedürfnisse abdecken: Zahnbehandlung und Zahnkorrektur des Kindes (vom KVG nicht übernommen und mit CHF 5'000 bis 15'000 die grösste Ausgabe), Einzelzimmer bei der Geburt, Alternativmedizin, Brille. Diese Zusatzversicherungen unterstehen einer Gesundheitsprüfung — daher die Bedeutung des Zeitpunkts.
Das Baby vor der Geburt versichern
Das ist der Punkt, den künftige Eltern am häufigsten übersehen. Die Grundversicherung des Kindes ist ab dem ersten Lebenstag obligatorisch und kann rückwirkend abgeschlossen werden — hier besteht kein Risiko, denn das KVG kennt keine Aufnahmeprüfung. Bei den **Zusatzversicherungen** ist es anders: vor der Geburt beantragt, werden sie ohne Gesundheitsprüfung und ohne Vorbehalt gewährt. Nach der Geburt beantragt, prüft der Versicherer den Gesundheitszustand des Kindes und kann bei einer festgestellten Erkrankung — auch einer leichten — Vorbehalte anbringen oder ablehnen. Ein Antrag im letzten Schwangerschaftsdrittel kostet nichts zusätzlich und sichert dem Kind eine lebenslange Deckung.
Was beeinflusst die Kosten?
Bei der Grundversicherung des Kindes hängt die Prämie vom Kanton und der Prämienregion sowie vom gewählten Modell ab; Kinderprämien sind stark reduziert (rund CHF 100 bis 160 pro Monat gegenüber CHF 300 bis 500 für Erwachsene), und mehrere Kassen gewähren ab dem dritten Kind einen Familienrabatt. Für Kinder unter 18 Jahren beträgt die Franchise in der Regel null. Bei den Zusatzversicherungen bestimmen der Deckungsumfang und der Zeitpunkt des Abschlusses den Preis: vor der Geburt abgeschlossen bleibt eine Zahnzusatzversicherung günstig und wird nicht abgelehnt. Für die Mutterschaft prüfen Sie die Wartefrist auf Komfortleistungen — häufig neun bis zwölf Monate, was einen späten Abschluss wirkungslos macht.
Welche Kriterien für die Familie?
Trennen Sie zuerst Obligatorium und Komfort. Bei der Grundversicherung vergleichen Sie Prämie, Modell und Service — nicht die Prämie allein; die Leistungen sind ohnehin identisch. Beim Kinderteil denken Sie voraus: ist eine Zahnkorrektur in der Familie wahrscheinlich, lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung, die vor der Geburt abgeschlossen wird, weil sie später kaum noch erhältlich ist. Für die Geburt entscheiden Sie über das Zimmerniveau und die freie Spitalwahl — mit der Grundversicherung allein gebären Sie in der allgemeinen Abteilung des Wohnkantons. Und prüfen Sie, ob dieselbe Kasse für die ganze Familie günstiger ist: nicht immer, denn die Kinderprämien unterscheiden sich unabhängig von den Erwachsenenprämien.
Sonderfälle und Fehler künftiger Eltern
Mehrere Situationen verlangen Aufmerksamkeit. Familien mit Bewilligung B, C, G oder L müssen die dreimonatige Anmeldefrist für das Baby einhalten — vergessen sie es, weist der Kanton von Amtes wegen eine Kasse zu. Der häufigste Fehler bleibt jedoch, mit der Zusatzversicherung des Kindes **bis nach der Geburt** zu warten: nichts zwingt dazu, und der Verlust ist endgültig, wenn eine Erkrankung festgestellt wird. Weiter: die Mutterschaftsleistungen bei der Kasse nicht anmelden und Franchise bezahlen, die man nicht schuldet; oder den 14-wöchigen Mutterschaftsurlaub zu 80 % des Lohnes (EO-Mutterschaft) und die zwei Wochen Vaterschaftsurlaub nicht einplanen. Die Familienzulagen sind kantonal und werden über den Arbeitgeber beantragt.
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Polia ist ein unabhängiger Vergleichsdienst der Vanguard Advice AG, gedacht für einen Markt, in dem obligatorische Grundversicherung und freiwillige Zusatzversicherungen schnell durcheinandergehen. Wir gehören keinem Versicherer, veröffentlichen unsere Methodik und betreiben keine Kaltakquise. Wir erklären, was das KVG bei Schwangerschaft und Geburt bereits abdeckt — mehr als viele annehmen —, was eine Zusatzversicherung tatsächlich hinzufügt, und warum der Zeitpunkt beim Kind entscheidend ist. Kostenlos und ohne Verpflichtung.