Was bedeutet «Seniorenversicherung» ab 55 genau?
Es gibt keinen besonderen Vertrag für Seniorinnen und Senioren. Gemeint ist die Gesamtheit der Deckungen, die ab 55 relevant werden: die obligatorische Grundversicherung nach KVG, deren Leistungen überall in der Schweiz identisch sind, und die freiwilligen Zusatzversicherungen nach VVG. Die Grundversicherung ändert sich mit dem Alter nicht — was sich ändert, ist die Optimierung: Franchise und Versicherungsmodell sollten dem tatsächlichen Behandlungsbedarf folgen, und dieser nimmt in der Regel zu. Hinzu kommt die Frage der Langzeitpflege, die weder das KVG noch die meisten Zusatzversicherungen vollständig decken.
Wie funktioniert die Krankenversicherung nach 55?
Die Grundversicherung funktioniert wie zuvor: Sie wählen eine Franchise (CHF 300 bis 2'500), ein Modell (Standard, Hausarzt, Telemedizin, HMO) und eine Kasse, und Sie können bis zum **30. November** für den 1. Januar kündigen. Eine wichtige Umkehrung tritt jedoch ein: die tiefste Franchise wird oft wieder die günstigste Gesamtlösung, weil der Rabatt für eine hohe Franchise die Mehrkosten nicht mehr aufwiegt, sobald Sie regelmässig zum Arzt gehen. Rechnen Sie konkret: Prämienersparnis pro Jahr gegen Ihre voraussichtlichen Behandlungskosten. Die Zusatzversicherungen folgen einer anderen Logik — sie unterstehen dem VVG, verlangen eine Gesundheitsprüfung und können abgelehnt werden.
Was beeinflusst die Kosten?
Bei der Grundversicherung hängt die Prämie von Kanton und Prämienregion, vom Modell und von der Franchise ab — nicht vom Gesundheitszustand, denn das KVG kennt keine Risikoprüfung. Bei den Zusatzversicherungen ist es umgekehrt: Alter beim Abschluss, Gesundheitszustand und Deckungsumfang bestimmen den Preis, und manche Verträge steigen mit Alterklassen. Daher der entscheidende Punkt: eine mit 30 abgeschlossene Zusatzversicherung bleibt lebenslang günstiger und ist bereits erworben. Ab 55 wird ein neuer Abschluss teuer und ungewiss; ab 60 lehnen viele Versicherer ganz ab. Wer eine Zusatzversicherung besitzt, sollte sie deshalb nicht leichtfertig kündigen — sie zurückzuerhalten ist meist unmöglich.
Wie richtig wählen ab 55?
Gehen Sie von Ihrem tatsächlichen Bedarf aus, nicht von einer Rangliste. Passen Sie bei der Grundversicherung zuerst die Franchise an: eine tiefe Franchise wird rentabel, sobald die Behandlungskosten regelmässig werden. Prüfen Sie dann das Modell — ein Hausarztmodell senkt die Prämie deutlich, schränkt aber den direkten Zugang zu Spezialisten ein, was mit dem Alter stärker wiegt. Behalten Sie Ihre bestehenden Zusatzversicherungen, statt sie zu wechseln. Und antizipieren Sie die Pensionierung: die berufliche Vorsorge deckt die Gesundheitskosten nicht, und die Wahl zwischen Rente und Kapital beeinflusst Ihr Budget für Prämien und Pflege dauerhaft.
Sonderfälle und Fehler, die man vermeiden sollte
Mehrere Situationen verlangen Aufmerksamkeit. Wer sich der Pensionierung nähert, sollte das Zusammenspiel mit der 2. Säule prüfen: die berufliche Vorsorge finanziert keine Gesundheitskosten, und die Prämien laufen weiter. Der Aufenthalt im Alters- und Pflegeheim kostet in der Schweiz je nach Kanton **CHF 6'000 bis 10'000 pro Monat**; das KVG beteiligt sich an den Pflegeleistungen, nicht an Unterkunft und Betreuung — den Rest tragen Rente, Vermögen und allenfalls Ergänzungsleistungen. Häufige Fehler: eine Zusatzversicherung kündigen, die man nicht zurückerhält; die Franchise nie neu berechnen, obwohl der Bedarf gestiegen ist; oder den Kündigungstermin vom 30. November verpassen.
Warum mit Polia vergleichen?
Vergleichen bleibt der einzige sachliche Weg zur Optimierung nach 55: die Grundversicherung ist überall identisch, doch die Prämien unterscheiden sich um mehr als 50 % zwischen Kassen und Regionen, und die Zusatzversicherungen sind nicht standardisiert. Polia ist ein unabhängiger Vergleichsdienst der Vanguard Advice AG: wir gehören keinem Versicherer, veröffentlichen unsere Methodik und betreiben keine Kaltakquise. Wir erklären, welche Franchise für Ihren Bedarf rechnet, welches Modell zu Ihrer Arztwahl passt, und was Ihre bestehenden Zusatzversicherungen tatsächlich decken. Kostenlos und ohne Verpflichtung.